Im Zentrum dieser Vorlesung steht die Geschichte des Spanischen, von seinen Anfängen auf der Iberischen Halbinsel bis zu seiner weltweiten Verbreitung in Afrika, Amerika und Asien. Zunächst werden sprachexterne und -interne Entwicklungen betrachtet, die dazu geführt haben, dass sich das Kastilische als Sprache der Spanischen Krone durchsetzen konnte. Anschließend wird die Expansion des Spanischen im Zuge der Kolonisierung untersucht.
Anhand ausgewählter Beispiele werden zentrale Prozesse der Sprachgeschichte und des Sprachkontakts verdeutlicht: die Missionarsgrammatik als Instrument der Hispanisierung und ihr Einfluss auf den Kontakt mit indigenen Sprachen wie Quechua und Guaraní; die Entstehung von Kreolsprachen in Situationen intensiven Sprachkontakts, exemplarisch am Chabacano auf den Philippinen und am Palenquero in Kolumbien; Migration und innerromanische Sprachkontakte in Lateinamerika, etwa der Einfluss des Galicischen und des Italienischen als Migrationssprachen in Argentinien; sowie die Plurizentrik des Spanischen und die daraus resultierende Ausdifferenzierung regionaler Standards. Zudem wird die Rolle von Sprachpolitik und Mehrsprachigkeit im postkolonialen Kontext, z.B. in Äquatorialguinea, diskutiert. Abschließend werfen wir einen Blick auf die Gegenwart und betrachten das Spanische als internationale Sprache, die im Kontext von Globalisierung und Migration auch in unserer unmittelbaren Umgebung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Es handelt sich um eine interaktive Vorlesung, in der die Teilnehmer*innen auch aktiv eingebunden sind und ausgewählte Themenkomplexe in Einzel- oder Gruppenarbeit selbstständig erarbeiten, diskutieren und präsentieren. Die Vorlesung wird auf Spanisch und auf Deutsch gehalten. Sie findet geblockt, d.h. in Doppelsitzungen im April und Mai statt.
- Lehrende*r: Gruber Teresa Maria